Gelegen
an der Landstraße Przemysl - Sanok, in der Nähe einer alten Furt durch
den Fluss San, gehört das Schloss in Krasiczyn zu den schönsten
Denkmälern der polnischen Renaissance. Mit seiner Errichtung begann
1580 Stanislaw Krasicki, ein Nachfahre des Ende des XV Jahrhunderts
hierher gezogenen niederen Adels (Schlachta) aus Masowien mit
Familienwappen Rogala. Sein jüngerer Sohn, Marcin, führte sie 1633 zu
Ende. Marcin Kra-sicki, damals einer der bedeutensten Mäzene der Kunst
in Polen, ließ die schroffe Ver-teidigungsburg, die von seinem Vater
errichtet worden war, in eine prächtige, herrschaftliche Residenz
umwandeln. Nach seinem Namen, Stanislaw Krasicki, benannte er das
Schloss: Krasiczyn. Diese Bezeichnung nahm auch das neben dem Schloss
entstehende Städtchen an. Das Schloss behielt trotz zahlreicher Brände
und Kriege fast unverändert die Silhouette, die es Anfang des XVII
Jahrhunderts bekam. Es ist in Form eines Vierecks gebaut, dessen Seiten
sich nach den vier Himmelsrichtungen orientieren. An den Eckteilen
befinden sich vier zylinderförmige Basteien: Gottesbastei, Papstbastei,
Königsbastei und Bastei des niederen Adels/ Schlachta. Der rechteckige
geräumige Innenhof ist vom Norden und Osten her von Wohnflügeln
umgeben, vom Süden und Westen umrahmen ihn Vorhangmauern, die von einer
schönen durchbrochenen Attika überkrönt sind. In der Mitte des
Westflügels befindet sich das Vortor mit dem eigentlichen Eingangstor
und einem quadratischen Turm mit Uhr. Von der damaligen Stadt kommend,
führte der Weg ehemals über eine Zugbrücke, später über eine
Steinbrücke zum Westflügel des Schlosses. Eins der wertvollsten architektonischen
Elemente des Schlosses ist die in der Gottesbastei gelegene Kapelle,
die mit der Sigismundkapelle auf dem Schloss Wawel in Kra-kow
verglichen wird. Bemerkenswert sind auch reich geschnitzte Portale,
Loggien, Arkaden und einzigartige Wanddekorationen, die sog. Sgraffiti
(deren Gesamtfläche auf ca. 7000 m2 geschätzt wird). Die Bauarbeiten wurden unter Anleitung von
italienischen Architekten ausgeführt; Schmuck- sowie
Dekorationsarbeiten leisteten Künstler aus Przemysl. Von der Bedeutung und dem Glanz des Schlosses
in der Vergangenheit zeugt die Tat-sache, dass hier polnische Könige:
Sigismund III Wasa, Wladyslaw IV, Jan Kasimir und August II zu Gast
waren. Nachdem die Familie Krasicki ohne Nachkommen
augestorben war, erbten folgende Ge-schlechter der Reihe nach das
Schloss sowie die dazu gehörenden Ländereien: Modrzewski, Wojakowski,
Tarlo, Potocki, Pininski. Den letzteren kaufte sie 1835 Fürst Leon
Sapieha ab. Das Geschlecht der Sapieha, die Krasiczyn bis 1944 besaß,
trug bedeutend zu dessen Ent-wicklung bei. Die Sapiehas ließen das
Schloss instandsetzen, gründeten Sägewerk, Brauerei sowie eine Fabrik
für landwirtschaftliche Maschinen. Auch waren sie auf dem Gebiet des
wirtschaftlichen sowie sozialen Lebens der Region aktiv tätig. Nach der Übernahme des Schlosses und der
Ländereien durch den Staat nach dem 2. Weltkrieg fand hier die
Berufs-Oberschule für Forstwirtschaft ihren Sitz und in den 70-er
Jahren übernahm die Autofabrik FSO in Warschau die Schirmherrschaft
über das Objekt. 1996, im Rahmen des Liquidierungsprozesses
der FSO, wurde das Ensemble Schloss und Park in Krasiczyn von der
Agentur für Industrie-Entwicklung GmbH (ARP S.A.) in Warschau
übernommen. Die durch die Agentur durchgeführten Renovierungs-, Bau-
sowie Restaurierungsarbeiten ermöglichten, im Schloss- und Parkensemble
Krasiczyn eine mo-derne Basis für Touristik, Hotelwesen sowie
Gastronomie zu schaffen. Vom Niveau des Objekts und der hohen Qualität
der Dienstleistungen im Schloss - und Parkensemble Krasiczyn zeugt die
Tatsache, das dieses Ensemble ab dem Jahr 2000 Mitglied des European
Castle Hotels & Restaurants wurde - eines elitären Verbandes der
Europäischen Schloss-Hotels und -Restaurants, welche in historischen
Objekten untergebracht sind.
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